ausstellung
Dream Team

Zinedine Zidane


Als Yazid Zidane ist er in der von Migration geprägten Hafenstadt Marseille aufgewachsen. Ethnische Vielfalt hat das kulturelle Stadtbild geprägt, auch den Fußball. Der italienisch stämmige Ex-Präsident Eric Di Meco von Olympique Marseille, dem ersten Gewinner der UEFA Champions League 1993 meint: „Es gibt ein sehr starkes Gefühl der Identität zwischen den Einwohnern von Marseille und ihrem Klub“.

Nicht nur die antirassistischen Aktionen der Fans unterschiedlicher Herkunft, sondern auch, dass Pape Diouf 2006 der bisher erste und einzige afrikanische Vereinspräsidenten im europäischen Profisport ist, sind Ausdruck davon. Auch der legendäre Ahmed Ben Bella ist ein Beispiel, der mit Olympique 1940 das französische Cupfinale bestritt und 20 Jahre später Präsident von Algerien wurde.

Amateurklubs wie AS Tunisiens oder CS Algériens kamen im Zuge der Einwanderung von Süditalienern in den 1930ern und Nordafrikanern in den 1950ern auf. Für letztere, die sog. ‚Beurs’ wurde Zidane eine Symbolfigur. Und auch die multikulturelle Identität der Stadt hat den Kosmopoliten Zidane geprägt. Immer betont er: „Zuerst einmal bin ich aus Marseille, La Castellane“, dem rauen, verbetonierten Viertel, in dem als Sohn algerischer, muslimischer Einwanderer alles begann. Sein Umfeld vermittelte ihm Ehrgeiz, die Grundlage seines Erfolgs. Nicht auffallen, nur durch Leistung: „Einfachheit ist der Gipfel der Intelligenz“, sagt er, der das multikulturelle Team Frankreich 1998 als Kapitän zum WM-Titel führte.

Auf dem Platz dauerte es, bis er sein ausgeprägtes Gefühl für Ungerechtigkeit kontrollieren konnte. Und als 2002 der rechtsradikale Präsidentschaftskandidat Le Pen auf dem Vormarsch war, bezog er öffentlich Stellung dagegen. Zidane hat nie für Olympique gespielt. Vielleicht kehrt er ja nach seiner aktiven Laufbahn zurück nach Marseille.