ausstellung
Dream Team

XXXXXXX (Anonym)


„Ich weiß, dass ich gut bin. Besser als viele Profis!“ sagt xxxxxx. „Die haben ihre Chance schon bekommen, ich noch nicht.“

Er kommt aus Liberia, wo seit 1989 Bürgerkrieg herrscht. 200000 Menschen starben, heute stehen 17000 UN-Soldaten im Land. Seit 2003 ist offiziell Frieden, doch die Kriegsparteien sind nicht entwaffnet. Deutschland unterhält keine Botschaft und warnt vor Reisen.

xxxxxx floh, nachdem sein Onkel ermordet wurde. Seine Eltern hat er nie kennen gelernt. Er kam auf das Hamburger Flüchtlingsschiff Bibby Altona. Hier spielte er zum ersten Mal wieder Fußball, dann auf der Straße und im Park. Alle sahen, dass er mit dem Ball besondere Dinge kann. Er ging zum yyyyyy SV, zu yyyyyy 93, dann zu yyyyyy, in die Bezirksliga. Gleichzeitig kickt er für yyyyyy FC, eine Hamburger Afrika-Auswahl in der Freizeitliga.

Von der Ausländerbehörde ist zu hören, er lüge sie an: Asylantrag abgelehnt. Er legte Widerspruch ein, seitdem schwebt das Verfahren. Aufenthaltsgenehmigung, aber keine Arbeitserlaubnis. So darf er Hamburg nicht verlassen, nicht mal für ein Auswärtsspiel.

Sein Betreuer hat versucht, ein Probetraining bei St. Pauli oder HSV zu arrangieren. Doch da er bald abgeschoben werden könnte, gehen sie kein Risiko ein. xxxxxx wird es weiter probieren. Jedoch seine Chance, ein bürgerliches Leben in Deutschland aufzubauen ist genau so klein, wie die auf eine Fußballkarriere.