Walter Bensemann

Walther Bensemann, deutscher Fußballpionier und Gründer der Fachzeitschrift Kicker, fühlte sich in ganz Europas zu Hause. 1873 als Sohn einer jüdischen Bankiersfamilie in Berlin geboren, ging Bensemann im Alter von zehn auf eine Schweizer Privatschule, wo er den in Deutschland nahezu unbekannten Fußball kennen lernte.
1889 wechselte er auf ein Karlsruher Gymnasium und wurde schnell zum Fußball-Missionar in Süddeutschland. Mit dem International Footballclub und dem späteren Deutschen Meister Karlsruher FV gründete er dort die ersten Vereine. Er betätigte sich als Gründungshelfer u. a. bei den Vorläuferklubs von Eintracht Frankfurt und Bayern München.
Zugleich organisierte er die ersten internationalen Spiele und holte erstmals eine englische Auswahl auf den Kontinent. Als überzeugter Kosmopolit wollte er durch sportliche Begegnungen die Gräben zwischen den Nationen überwinden. Als Sprach- und Sportlehrer ging er in die Schweiz, dann für 13 Jahre nach Großbritannien, bevor ihn der 1. Weltkrieg zurück zwang.
1920 gründete er den Kicker, den er als „Symbol der Völker-Versöhnung durch den Sport“ sah. Dieser Internationalismus stand im Widerspruch zu DFB-Oberen und machte ihn zum Außenseiter. Im europäischen Ausland allerdings, das er zwischen 1920 und 1933 fast pausenlos bereiste, verfügte er über mehr Renommee als die oft überheblich auftretenden, deutschnationalen Verbandsfunktionäre. Wegen der Verfolgung von Juden sah er sich 1933 gezwungen, sein Lebenswerk, den Kicker aufzugeben und in die Schweiz zu emigrieren. Dort starb er, verarmt und auf die Unterstützung von Freunden angewiesen, im November 1934.







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