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Nützliches Pass-Spiel


Ausländer, Migranten und Flüchtlinge können ihre Staatsangehörigkeit nicht so leicht wechseln. Dass aber Spieler eingemeindet werden, weil ihre Leistung zum Erfolg verhelfen könnte, hat eine lange Geschichte.

Da war Josef Posipal, Weltmeister 1954, der in Rumänien als Sohn einer Ungarin und eines sog. Donauschwaben geboren wurde. Mit 17 kam er im Nationalsozialismus als Rüstungsarbeiter nach Hannover und nahm 1951 die deutsche Staatsbürgerschaft an, um gegen die Türkei im DFB-Dress zu debütieren. Oder Rainer Bonhoff, der 1974 die Vorlage zum deutschen Siegtor gegen die Niederlande gab und damit den WM-Sieg sicherte: Er war als junger Spieler selbst noch Niederländer. DFB-Auswahlspieler Darius Wosz war Pole, als er mit seinen Eltern in die DDR immigrierte.

Besonders nach schlechtem Abschneiden der DFB-Auswahl bei der WM 1998 und der Euro 2000 wurden Diskussionen um Einbürgerungen lauter. Was mit dem gebürtigen Südafrikaner Sean Dundee und Brasilianer Paulo Rink nicht den schnellen Erfolg brachte, wurde u. a. mit Oliver Neuville, Gerald Asamoah, Paul Freier und vor allem einer neu gewichteten Jugendarbeit ausgebaut.

Es ist abzusehen, dass sich das Gesicht der deutschen National-Elf zunehmend ändern wird. Eine Entwicklung, die im Vorfeld der WM 2006 die Ablehnung von Neonazis und NPD auf den Plan rief.

„Wenn man die Frage historisch betrachtet“, sagte Pierre Lanfranchi 1999, „gibt es in vielen europäischen Ländern zur Zeit die Möglichkeit, gleichzeitig zwei, in manchen Fällen sogar drei oder vier Staatsangehörigkeiten zu haben. Ich nehme das Beispiel von Algeriern, die in Frankreich geboren sind. Sie haben das Recht, gleichzeitig französische und algerische Staatsbürger zu sein. Aber für die FIFA und die sportlichen Organisationen existiert so etwas nicht. Hier gilt das Prinzip ‚entweder - oder’. Diese Situation stimmt einfach nicht mehr mit der modernen europäischen Realität überein. Viele, vor allem afrikanische Spieler, die in Europa sind, haben - und nicht nur wegen des Sports, sondern weil sie Söhne von Immigranten sind - diese Doppelstaatsangehörigkeit, die z.B. die FIFA nicht anerkennt. [-]Dass von den Menschen, die gleichzeitig zwei Gesellschaften angehören und zwei Identitäten haben, abverlangt wird, sich für eine der beiden zu entscheiden, ist ein großes ethisches Problem. In dem Fall gibt es noch immer die Unterscheidung zwischen den nationalen Spielern und den ausländischen Spielern. Betrachtet man die Situation im europäischen Profifußball, dann bemerkt man allerdings, dass das nicht zutrifft.“

Was also bringt die Zukunft? Spieler, die Nationalteams wechseln können oder die Abwertung von Nationalteams zu Gunsten von Champions League oder Ligaauswahlteams?