Wer ist beweglich und wer nicht?

Im Fußball halten sich Wünsche nach Eindeutigkeit hartnäckig. Dort wird offener geäußert, dass Herkunft und lokale Traditionen entscheidende Rollen spielen. „Der Erfolg dieser Sportart“, so der bekannte spanische Schriftsteller und Real-Madrid-Fan Javier Marías in seinem Buch Alle unseren frühen Schlachten, „ist auf ihr Gefühlselement zurück zu führen, das zugleich ihren Kern darstellt, und es ist schwierig, zehn oder elf bloße Gehaltsempfänger in sein Herz zu schließen. Ein Spieler, der seit seiner Kindheit die Rivalitäten zwischen Madrid und Barca oder Athletic und San Sebastián oder Sevilla und Betis miterlebt hat, begegnet solchen Spielen mit einer Energie, die für einen Ausländer undenkbar ist. [-] Unzulässig ist es dagegen, wenn die komplette Ajax-Elf (gemeint ist Amsterdam) das blaurote Trikot überzieht und sich auf diese Weise in Barca verwandelt.“
Auch Thomas Brussig, Autor von Helden wie wir und Leben bis Männer bekennt 2003 in einem Interview: „Ich glaube, der Fußball wandelte permanent sein Wesen, und durch die Professionalisierung wandelt er es erneut. [-] Was ist für den Energie-Cottbus-Fan noch Cottbus, wenn elf Ausländer auf dem Platz spielen?“
Dabei gehören Fußballwanderer und Vereinswechsel seit je her dazu. Und in Zeiten, in denen Leistung und Mobilität bestimmend sind, stehen besonders Profivereine und ihre Fans auf einem schmalen Grat, wenn sie auf regionale Tradition und Identitäten setzen.







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