Jugoslawen unterwegs

Jugoslawien - kein anderes Land hat eine so auffällige Geschichte, wenn es um europäische Wanderung von Fußballern geht.
Kooperationsverträge zur Verbesserung politischer Beziehungen ließen es schon 1926/27 zu, dass jugoslawische Spieler in Frankreich aufliefen. Nach dem Bruch mit der stalinistischen Sowjetunion sah sich die Regierung gezwungen, neue diplomatische und ökonomische Wege zu gehen.
So nutzten zwischen 1949 und 1957 das jugoslawische Nationalteam und Vereine das Fehlen von Freundschaftsspielen gegen sozialistische Länder zu Touren durch Westeuropa. Der Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1948 sowie vier WM-Qualifikationen zwischen 1950 und 1962 machten sie zu begehrten Gegnern. Der Versuch eines Dritten Weges spiegelte sich zunehmend im Fußball wieder: Annäherung an nicht-sozialistische Staaten. Der „Westen“ begrüßte das. Dazu gehörte die vorsichtige Öffnung der Grenzen für verdiente Wissenschaftler, Künstler und eben Fußballer.
Später wurden Facharbeiter sogar ermutigt ins Ausland zu wechseln und Geld zu ihren Familien zu schicken. Die Fußball-Wanderung systematisierte sich ab 1961. Zuerst vor allem für Trainer, dann für Spieler ab dem 28. Lebensjahr.1960 und 1968 machte Jugsolawien durch zwei Vize-Europameistertitel von sich reden und erhöhte so die europäische Nachfrage nach Spielern und Trainern.
Dies und die mögliche Arbeitsmigration aus Jugoslawien fiel zusammen mit den Gründungsjahren der Bundesliga. So konnten zahlreiche jugoslawische Trainer dort beeindruckende Spuren hinterlassen, und bis zur Teilung des Landes spielten 99 Jugoslawen in der Bundesliga.
Da viele im Westen Erfolg hatten, entstand rege Nachfrage. Jugoslawische Klubs, allen voran Hajduk Split, perfektionierten ihre Jugendarbeit und wurden zum Vorbild z. B. für Internate in den Niederlanden. Gute Jugendarbeit garantierte gutes Geld aus dem Westen - wichtig zum Erhalt der Vereine und vorteilhaft für die Wirtschaft des Landes.







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