Vereine mit Gewissen

Seit Beginn des Programmes Charlton Athletic Race Equality (CARE) 1992 verknüpft der englische Premier League-Klub Charlton Athletic antirassistische Arbeit und Integration. Ziel ist es, eine offenere Atmosphäre zu schaffen, um ethnische Minderheiten den Zugang zu Stadien und zum aktiven Fußball zu erleichtern. Mit Hilfe der Stadtverwaltung konnten sieben Angestellte beschäftigt werden, die per Umfragen in Schulen ermittelten, „ob Angst vor rassistischen Beschimpfungen diese Kinder davon abhielt, Heimspiele zu besuchen“. Für ausgewählte lokale Gruppen gab es Freikarten. Regelmäßige antirassistische Klubtage wurden organisiert, Profispieler besuchten Schulen zu Talkrunden. CARE wuchs zu einem Netzwerk für lokale Gemeinwesenarbeit, z.B. mit Gruppen wie der Opferhilfe-Organisation Victim Support Greenwich oder dem Participatory Theater.
Mit benachbarten Klubs wie Millwall, Crystal Palace und unterklassigen Vereinen vereinigte man sich in der South London Partnership Against Racism. So entstanden antirassistische Sensibilisierungsprogramme, Trainerlehrgänge für Migranten und eine Hotline zum Melden rassistischer Vorfälle. Schon 1996 kamen ein Fünftel der Charltoner Heimfans aus ethnischen Communities.
Ähnlich in Northampton. Es war ein Aktionstag der Kampagne Let’s kick Racism out of Football 1996, der Northampton Town FC bewog, ein antirassistisches Programm zu starten. Noch im Oktober des selben Jahres wurde Northampton der erste englische Klub mit einer verabschiedeten Gleichstellungspolitik. Die ersten Aktionen beinhalteten Freikarten für Mitglieder ethnischer Communities, Trainerlehrgänge für Migranten und offizielle Statements gegen Rassismus. Hierzu wurden dem Fußball angeschlossene Institutionen miteinbezogen, von Stadtverwaltung bis Fans.
Northamptons und Charltons Aktionen wurden zum Vorbild für viele andere Klubs und Einzelpersonen. Etwa für den Fan Sean O’Donovan, der selbst etwas tun wollte und sich für Walter Tull einsetzte. Tull war der erste prominente schwarze Spieler Englands, der nicht nur für Tottenham Hotspurs, sondern zwischen 1911 bis 1914 auch 110 Mal für Northampton auflief, bevor er als Soldat im Ersten Weltkrieg starb. Mit dem Verein und der Arbeiterpartei schaffte O’Donovan es, sogar Premierminister Tony Blair zu gewinnen, sich für ein Walter-Tull-Denkmal in einem eigens angelegten Garten der Erinnerung stark zu machen. 1998 wurde das Denkmal feierlich enthüllt: Nicht nur für Walter Tull, sondern auch im Gedenken an alle dunkelhäutigen Spieler Englands.







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