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Kick Racism out of Football


Von der Anti Nazi League, damals u. a. bekannt durch Rock gegen Rassismus, gingen erste Versuche aus, antirassistische Gruppen in Fanszenen zu etablieren.

Die schon 1979 existierenden ca. zwanzig Gruppen fanden bei alteingesessenen Fußballfans nur wenig Anklang. Sie wurden als ‚Politnicks‘ abgelehnt, die von außen kamen und angeblich kein Interesse am Spiel hatten.

Auch einige Klubs - wie z. B. Leyton Orient aus London - erteilten Stadionverbot und forderten, Materialien zu vernichten, weil der Klubname für politische Zwecke missbraucht würde.

Im zweiten Versuch gründeten verschiedene Fan-Gruppen Fanzeitungen und erstellten Flugblätter, mit denen sie auf konkrete Vorfälle reagierten. Sie stimmten Gegengesänge an und stellten Forderungen an Klubs.Als eine der ersten und größten gründete sich 1987 Leeds-Fans against Racism and Fascism. Sie hatte mit Ablehnung durch Vereine und Polizei zu kämpfen. Auch Leeds United wollte nicht eingestehen, dass Rassismus stattfindet. So produzierten Leeds-Fans mit dem Magazin Searchlight eine Dokumentation rassistischer Vorfälle, zeigten Verbindungen der rechtsradikalen Partei National Front zur Leeds-Fanszene und gründeten die Fanzeitung Marching together.

Der Verein wurde aufgefordert, integrative Arbeit im Stadtteil zu betreiben. Unterwanderungsversuche von organisierten Rechten nahmen ab und Gesänge verstummten zunehmends. Schon Anfang der 1990er Jahre lobte der dunkelhäutige Stürmer von Arsenal London, Ian Wright: „Letzte Woche waren wir in Leeds, es war großartig! Sie haben eine Initiative, die Unterschriften sammelt gegen Nazis und rassistische Übergriffe gegen schwarze Spieler. Es ist ein Riesenschritt, in Leeds war es immer besonders schlimm... es hat viel verändert.“

1993 entstand die englandweite Kampagne Let’s kick Racism out of Football (KIO). Die hochrangig besetzte Commission for Racial Equality reagierte mit Veranstaltungen im Klubumfeld, Sponsoring antirassistischer Freundschaftsspiele und der Produktion von Magazinen, Postern und Transparenten vor allem auf regelmäßige Diffamierungen aus normalen Fanreihen.

Schon 1995 schlossen sich 91 von 92 Profiklubs aus England und Wales an. Hier gründete sich auch der Runde Tisch Advisory Group Against Racism and Intimidation (AGARI) mit dem englischen Fußballverband.

Um eine stetige Arbeit folgen zu lassen, konnten 1997 drei hauptamtliche Mitarbeiter in London beschäftigt werden: Kick it out startete mit einem Magazin für Teenager und einer Beilage im populären Fußballmagazin Shoot.

Zu den Hauptaufgaben von KIO zählt

  • die Arbeit mit den Vereinen zu intensivieren, vor allem mit und für Migranten
  • die Kampagne mit lokalen Partnern auf den Amateurfußball auszudehnen
  • pädagogische Konzepte für junge Leute zu entwickeln
  • Ausgrenzung von Asiaten und Afrikanern im Fußball zu minimieren
  • die Kampagne nach ganz Europa zu tragen und Netzwerke zu schaffen.

Die Kampagne hat erreicht, das öffentlich breit gepflegte Image zu verändern, dass Stadien ein Raum für Rassismus seien. Die meisten Vereine erkennen, dass Rassismus im Fußball existiert und dass sie Verantwortung tragen - Grundvoraussetzung jeder antirassistischen Arbeit. Fanorganisationen und städtische Bemühungen werden gebündelt, neue Initiativen gestärkt, Migranten und ihren Nachkommen wird eine Stimme gegeben.