Merhaba, Türkiyemspor!

Es waren türkische Migranten erster Generation in Berlin-Kreuzberg, die sich 1978 aufmachten, um aus einem losen Freizeitteam einen Verein zu formen, um am Ligafußball des Berliner Fußballverbandes teilnehmen zu können. Da die meisten Gründungsmitglieder aus Izmir stammten, nannten sie ihren Klub BFC Izmirspor, der sich 1986 in Türkiyemspor Berlin umbenannte.
“Fehlende Kenntnisse im Vereinsrecht, sprachliche Unzulänglichkeiten, Bürokratie und der übliche Formalkrieg mit diversen Behörden” bereiteten nach eigener Auskunft einen steinigen Weg. Sportlich jedoch ging es trotz vieler, z. T. rassistisch motivierter Schmähungen im Umfeld unterklassiger Ligen in einem Rutsch von der C-Kreisklasse bis zur Amateuroberliga, der damalig dritthöchsten Liga Deutschlands. Der mehrmalige Berliner Pokalsieger etablierte eine kontinuierliche Jugendarbeit, gilt aber auch als Integrationshelfer und soziale Einrichtung mit besonderem Augenmerk für die Bedürfnisse von Migranten. Der Verein selbst spricht von „Breitenarbeit, Basisarbeit, Bürgernähe, Hilfe zur Selbsthilfe, Sozialarbeit, Hausaufgaben-hilfe, Lernhilfe, weg von der Straße und ihren Gefahren.“
Denn obwohl „Türkiyem“ so viel wie „meine Türkei“ bedeutet, wird seit je her die multikulturelle Ausrichtung des Clubs deutlich. So entwickelte sich das erste Team mit Spielern aus sechs verschiedenen Nationen nicht nur zu einem Identifikationsobjekt für viele in Berlin lebenden türkischen Menschen, sondern machte sich bundesweit einen Namen. Immerhin stand Türkiyemspor in der Saison 1990/91 vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga, ermutigte andernorts Türken zu Vereinsgründungen und zog die Talentspäher des türkischen Profifußballs an. „Für deutsche Spieler wurde der Verein immer interessanter, da das Team überdurchschnittlich viele Zuschauer anzog, und somit auch ein starkes Medieninteresse“, erzählt der ehemalige Türkiyemspor-Spieler und spätere Trainer Thomas Herbst.
2006 ist Türkiyemspor zwar erfolgreich in der Oberliga, muss sich in Berlin aber viel eigenethnischer Konkurrenz stellen. Für vorbildliche Jugendarbeit gewann Liga-Konkurrent SV Yesiljurt 2004 den Sepp-Herberger-Preis.







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