BSC Agrispor Berlin

Was 1991 in einer Spielstraße in Berlin-Kreuzberg begann, wurde schnell zu einem landesweit einzigartigen Projekt. Der Trainer beim Fußballclub Agrispor wurde auf die kickenden Mädchen aufmerksam und brachte sie trotz häuslicher Widerstände in den Verein.
Schnell sprach es sich herum, dass es ein Team ohne lange Hosen und Schleier gab, zudem noch erfolgreich. Für die Mädchen bot Fußball einen selbst definierten Freiraum von Zugehörigkeit, jenseits von Eltern und vorgeprägten Rollenmodellen.Das Team schaffte den Aufstieg in die zweithöchste Liga, die Regionalliga, und mit der Zeit kamen auch deutsche Spielerinnen.
„Der Zusammenhalt war groß und Grund dafür, dass Spielerinnen Angebote anderer Vereine ausschlugen“, sagt die damalige Spielerin Gabriele Türkan und erinnert, dass ausländerfeindliche Sprüche an der Tages-ordnung waren. Eine Spielerin wehrte sich und wurde für zwei Jahre gesperrt - die härteste Strafe, die je von einem Sportgericht gegen eine Frau ausgesprochen wurde.
Als die Pubertät vorbei war, wandten sich Eltern, Ehemänner, Ausbildung und enge Zeitpläne gegen den Sport. Sie sollten nicht mehr „umher rennen und Beine zeigen“, wenn Männer zuschauten. Als ein Trainerwechsel dazu kam, brach das Team 2001 auseinander. Seit 2005 baut Türkan ein Mädchenteam bei Türkiyemspor Berlin auf. Inzwischen trainiert auch ihre Tochter mit.
BSV Al-Dersimspor
Das Berliner Team Al-Dersimspor ist ein multinationales Team. Fast alle Spielerinnen sind in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen, ihre Eltern kommen aus der Türkei, Griechenland, Tunesien, Palästina und Deutschland. Noch immer ist ein solches Team eine Rarität. Die Spielerinnen haben zuerst in fast einheitlich deutsch oder türkisch besetzten Teams gespielt.Bei einem Turnier lernten sie sich kennen, und da sie teils ohne Verein oder in ihren damaligen Vereinen unzufrieden waren, gründeten sie ein neues Team.Bei einem Turnier lernten sie sich kennen, und da sie teils ohne Verein oder in ihren damaligen Vereinen unzufrieden waren, gründeten sie ein neues Team.
Die ehemalige türkische Nationalspielerin Mehtap Ardahanli und Safiye Kok (Ex-Agrispor) wurden Spielertrainerinnen. Sie knüpften den Kontakt zum türkischen Verein BSV Al-Dersimspor, der sich freute, die Fußballerinnen aufzunehmen. Für beide Seiten - die deutsche und die der Migrantinnen - war es eine neue Erfahrung, in diesem Team Menschen aus einer Bevölkerungsgruppe kennen zu lernen, mit der sie vorher nahezu keinen persönlichen Kontakt pflegten. Schnell entwickelten sich ein beeindruckendes Klima und tiefe Freundschaften zwischen den Spielerinnen - eine Grundlage für ihren Erfolg. Gleich im ersten Jahr schafften sie mühelos den Aufstieg in die Landesliga und mischten auch in der höheren Spielklasse an der Tabellenspitze mit.







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