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Doppelt benachteiligt?


30 Millionen Frauen in der ganzen Welt spielen Fußball, 850000 Frauen und Mädchen im DFB.

Fußball ist die beliebteste Teamsportart der Frauen weltweit.

Frauenfußball hat sich in Deutschland spät etabliert, ist überhaupt erst seit den 1970er Jahren als Ligasport erlaubt.

„Der Frauenfußball hat seit dem Titelgewinn unseres Teams bei der WM 2003 einen großen Schritt nach vorne gemacht“, meint Nationalspielerin Navina Omilade. „Immer mehr Leute interessieren sich dafür, sowohl die Zuschauerzahlen als auch die Nachwuchszahlen steigen stetig.“

Dennoch - Frau und Migrantin zugleich: das kann eine doppelte, strukturelle Benachteiligung bedeuten. „Es ist an der Zeit, dass die massive Benachteiligung von Mädchen und Frauen im Fußball thematisiert wird und zwar von Fans, FunktionärInnen, Verbänden und den Verantwortlichen auf höchster Ebene“, sagt Heidi Thaler von FARE. „Frauen, die im Fußball wichtige Posten besetzen, stellen absolute Ausnahmen dar. Die Schaffung gleichwertiger Förderstrukturen für Mädchen und mehr Sensibilität hinsichtlich der Bedürfnisse und der speziellen Situation von Frauen und Mädchen im Fußball sind längst überfällig.“

2005 betreiben weit weniger als ein Drittel der migrantischen Mädchen und Frauen in Deutschland Sport. Dabei stellt eine Untersuchung für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2005 fest, dass 45% der Befragten sich mehr Möglichkeiten wünschen: „Es besteht ein hoher Bedarf an zielgruppenorientierten Sport- und Bewegungsarrangements, die auf die Interessen und Bedürfnisse von Mädchen und Frauen ethnischer Minderheiten zugeschnitten sind“, bestätigt Ilse Ridders-Melchers, Präsidiumsmitglied des Deutschen Sportbundes. Dazu gehört, „Freiräume für ethnische Belange zuzulassen.“ Doch es ist schwierig zu vermitteln, dass z. B. spezielle Angebote für muslimische Frauen bereits eine beiderseitige Annäherung bedeutet und Voraussetzungen für mehr schaffen kann.