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Der Sündenbock


Nach schlechtem Saisonstart des FC Schalke 04 in der Saison 2003/04 hatten einige vor allem einen zum Sündenbock erkoren: den Nigerianer Victor Agali.

Auch die Medien mischten mit: Nach dem Spiel gegen Nürnberg wurde er vielerorts zum „Chancentod“ erklärt.

„Wenn die anderen Stürmer auf Schalke Chancen vergeben“, so Agali, „steht nichts in der Zeitung“. Als dann auch Trainer Jupp Heynckes Agali nach dem 0:2 gegen den VfL Bochum vehement kritisierte, galt dies als Freibrief für weitere Anfeindungen, auch mit rassistischen Untertönen. Er wurde schon beim Verlesen der Teamaufstellung von einer großen Zahl eigener Fans ausgepfiffen: „Wenn sich das Publikum gegen einen Spieler stellt, ist das eine persönliche Sache. Das hat mit Sport nichts zu tun. So macht es keinen Sinn mehr. Für meine Familie ist die Situation schlimm: Meine kleine Tochter traut sich nicht mehr ins Stadion, weil sie sieht, was mit Papa passiert. Es ist eine schreckliche Phase.“ Verschiedene Fangruppen, allen voran die Schalker Fan-Initiative, unterstützten ihn. Der Supporters Club schrieb „Agali ist immer noch (an den Toren gemessen) unser ‚bester‘ Stürmer (bei aller Anerkennung und Respekt: Ebbe Sand ist seit Wochen und Monaten keinen Deut besser)“. Selbst die Unterstützung von Manager Rudi Assauer half nichts: Agali verließ den FC Schalke 04 zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Agali, vielleicht ein Zufall. Doch es lohnt, darüber nachzudenken: Läuft ein dunkelhäutiger Spieler eher Gefahr, zum Sündenbock zu werden, wenn das Team schlecht spielt? Nützlicher Ausländer - guter Ausländer?