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Spurensuche mit Ballarbeit


Eine Bestandsaufnahme von Fußball und Migration - zumindest in einer Ausstellung - kann keinen universalen Anspruch haben.

Schon zu Beginn: Welche Bezeichnung soll verwendet werden?

Gastarbeiter? Ausländisch Stämmiger? Deutscher mit türkischer oder afrikanischer Herkunft? Ausländer? Kreuzberger? Kanak? Afrodeutscher? Einwanderer? Migrant? Und was sind Profi-fußballer, die wegwandern, auswandern, hinwandern, wandern?

Das zeigt, wo Worte durch immer unterschiedliche Weg- und Leidensgeschichten an Grenzen stoßen. Wenn überhaupt, so ist es am besten, Menschen zu nennen, wie sie genannt werden wollen.

Ballarbeit unternimmt Streifzüge durch gemeinsame Felder von Fußball und Migration, zeigt Szenen von Profifußballern als ‚globale Nomaden’ bis zu Fußball als Feld für Integration. Ballarbeit vermittelt eine Idee davon, was Fußball leisten kann. Ballarbeit bietet Anspielstationen zu Frauen- und Männerfußball, Amateur-und Profifußball und ist ein Versuch, das Zusammenspiel von Fußball und Migration erfahrbar zu machen.

„Fußball“, so Detlev Claussen, „lebt von der Gegenwart des gespielten Augenblicks. Mit jedem Anstoß keimt die Hoffnung auf, dass etwas anderes eintreten wird als das Erwartete. Deswegen zieht der Fußball auch Kräfte an, die vom Spiel etwas anderes erwarten als die Bestätigung der etablierten Ordnung. Die Professionalisierung des Spiels hat es ermöglicht, daß immer mehr mitspielen können, die am Anfang nicht dazu gehörten - Arbeiter, Juden, Immigranten, Abkömmlinge von Sklaven. Für sie ist der Fußball mehr als die wichtigste Nebensache der Welt; er verspricht ein anderes Leben.“

„Im Fremdwörterbuch des Duden wird der Begriff Migration erklärt als ‚Wanderung von Individuen oder Gruppen im sozialen oder geographischen Raum‘. Insofern ist ‚Migranten‘ eine neutrale Bezeichnung für ‚Wanderer‘ - für Menschen, die aus vielen Motiven ihr Geburtsland verlassen haben und in einem anderen Land leben. Damit können Mitarbeiter von Firmen, die in einer ausländischen Niederlassung arbeiten, ebenso gemeint sein wie Flüchtlinge auf der Suche nach Schutz vor Verfolgung und Unterdrückung.“ (Mark Terkessidis)