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Dream Team

Nando Rafael


Nando Rafael war acht Jahre alt, als er in Angola mit ansah, wie seine Eltern und zwei Geschwister im Bürgerkrieg erschossen wurden.

Sein politisch tätiger Onkel nahm ihn mit auf die Flucht in die Niederlande, wo sie ab 1994 in mehreren Asylbewerberheimen lebten.

Schon in der D-Jugend wurde sein Talent von Ajax Amsterdam entdeckt. Später verhalf Ajax dem passlosen Rafael zur angolanischen Staatsbürgerschaft - eine Voraussetzung für die Spielberechtigung in der 1. Liga. Dann der Schock: keine Arbeitserlaubnis. Als Nicht-EU-Bürger hätte er Erfahrung in einer gleichwertigen europäischen Liga oder einem angolanischen Auswahlteam vorweisen müssen - beides unmöglich.

Ajax blieb nichts übrig, als ihn 2002 zu Hertha Berlin ziehen zu lassen. Rafael verlor zum zweiten Mal gegen seinen Willen sein Zuhause. Einerseits spiel(t)en europäische Interessen im Konflikts in Angola eine Rolle, andererseits wurde die Verantwortung für ein Opfer nicht übernommen.

In Berlin half Manager Dieter Hoeneß ihm, deutscher Staatsbürger zu werden. Neben dem eigenen Interesse, einen Platz für einen weiteren Nicht-EU-Bürger frei zu machen, gab es das für die Ämter entscheidende „begründete öffentliche Interesse“: er sollte in die U21, wo er gleich für Furore sorgte. Sein Siegtor zum 1:0 gegen Tschechien im Herbst 2005 löste das Endrundenticket zur Euro.

2006 spielt Nando Rafael für Borussia Mönchengladbach, geographisch wieder näher an Amsterdam.