ausstellung
Dream Team

Hiannick Kamba


Als seine Eltern im Sommer 2005 zur Essener Ausländerbehörde gingen, um ihre Duldung zu verlängern, wurden sie auch gleich in Abschiebehaft genommen.

Noch einmal telefonierte der Schalker Jugendspieler Hiannick Kamba mit seinem Vater und besuchte seine herzkranke Mutter im deutschen Gefängnis.

Dann waren sie weg, zurück geschickt in den Kongo, aus dem sie wegen bürgerkriegsähnlichen Zuständen neun Jahre zuvor ins Ruhrgebiet geflohen waren. Und am 15. Juli stand Hiannick Kamba dasselbe bevor.

Kamba spielte zu diesem Zeitpunkt seit 1999 für Schalke 04, hatte noch im Mai 2005 über den DFB-Pokalsieg für A-Jugendliche gejubelt und besuchte die 11. Klasse der Gelsenkirchener Gesamtschule Berger Feld, die seit Jahren ein Kooperationsprojekt zur Ausbildung von Talenten mit dem Verein unterhält. Das Problem: Volljährige Nicht-EU-Bürger erhalten als Fußballer nur eine Aufenthaltsgenehmigung, wenn sie in Liga 1 oder 2 spielen.

Der Rektor Georg Altenkamp und seine Schülerschaft wollten Kamba nicht so einfach aufgeben, schalteten eine Anwältin und die Härtefallkommission ein. „Wir nehmen nicht nur das Fußball-Talent auf, sondern auch den Menschen und tragen Verantwortung”, sagte Altenkamp. 1600 Schüler und Lehrer trafen sich zu einer Vollversammlung, die über das unsichere Kongo informierte und das deutsche Asylrecht kritisierte.

Um den Grundstock für Kambas Unterhalt bis zum Abitur 2007 zu legen, organisierte die Schule eine Spendenaktion. Rektor Altenkamp konnte den schüchternen, verunsicherten Kongolesen dazu überreden, seinen Fall mit Hilfe von Kampagne und den Medien zu einer öffentlichen Debatte zu machen. Letztendlich lenkte Schalke ein und bot dem 18jährigen Talent einen Vertrag als Nicht-Amateur ohne Lizenz an. Kamba durfte bleiben. Doch was wäre passiert, wenn er kein viel versprechender Fußballyoungster gewesen wäre?