Gerald Asamoah

Mit 12 folgte Bundesliga-Profi Asamoah seinen Eltern aus Accra nach Hannover. Vater William war vor dem Militärputsch 1978 als Oppositioneller über Italien und Polen nach Deutschland geflohen.
In Hannover Straßenkehrer und Arbeiter einer Reifenfabrik, wollte er eigentlich Journalist werden.
„Leider“, so Sohn Gerald, „stieß er noch auf rassistische Vorurteile. Ein Schwarzer als Journalist? Das konnten sich viele nicht vorstellen. Er brach ab...“ Im Fußball machte er häufiger die Bekanntschaft mit Rassismus. Durch die Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts wurde er im Jahre 2000 Deutscher und debütierte als erster gebürtiger Afrikaner in der Nationalelf. Die Asamoahs – eine Migrantenfamilie: Als er im ersten Länderspiel gleich ein Tor erzielte, lebte eine Tante in Nigeria, eine andere in Saudi-Arabien, eine in New York und eine weitere in Hamburg - ein Onkel in Nürnberg, zwei in London.
Doch auch sein Pass schützt ihn nicht vor Rassismus: „Ich mag in der deutschen Nationalmannschaft keine Schwarzen haben. Die anderen Fans denken genauso. Nur darf es nicht ausgesprochen werden. Wegen der Vergangenheit“, zitierte die taz stellvertretend einen Fan.
Stolz ein Deutscher zu sein? - „Das ist doch ein Nazi-Spruch.“ Beim Länderspiel in der Slowakei im September 2005 wurde er von eigenen Fans rassistisch beschimpft. Und Neonazis antworteten ihm 2006 im Internet: „Nein, Gerald, du bist nicht Deutschland.“







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