Erdal Keser

Als gelernten Dreher und Ex-Spieler des türkischen Erstligisten Ankara Demirspor zog es Vater Erol samt Familie 1971 nicht nur wegen der Arbeit nach Hagen, sondern auch, weil er seinen Kindern in Deutschland eine bessere Schul- und Berufsausbildung bieten wollte. Sohn Erdal spielte gegen den Willen des Vaters, bis dieser sein Talent erkannte.
1980 startete er als Profi bei Borussia Dortmund und spätestens als er 1982 Nationalspieler Manni Kaltz schwindelig dribbelte und Beckenbauer tunnelte, war er ein Shooting Star.
Der erste und für lange Zeit einzige Sohn türkischer Einwanderer in der 1. Bundesliga traute sich, politisch Stellung zu beziehen: „Die arbeitslosen Türken liegen in Deutschland keinem auf der Tasche. Sie haben ihr Leben lang ihre Sozialleistungen bezahlt und erhalten ihren Teil als Arbeitslose eben wieder zurück.“ Und: „Erst haben sie uns gewollt, und jetzt wollen sie uns abschieben wie Vieh.“
Er konnte nicht verstehen, dass der neonazistische Fanclub Borussenfront „Türken raus“ brüllte, obwohl er für ihr Team spielte. Rassistische Pöbeleien von gegnerischen Fans hätten ihn eher motiviert als entmutigt. Nach seiner Zeit als türkischer Nationalspieler und Kapitän bei Galatasaray Istanbul beauftragte ihn der türkische Verband mit der Sichtung von türkisch stämmigen Talenten außerhalb der Türkei.
Während heute ein Wettstreit besteht, ob sich die Türkei oder Deutschland die Talente sichert, interessierte sich der DFB lange wenig für die Passwahl der Migrantenkinder. So trug Keser dazu bei, die türkische Nationalelf vom belächelten Zwerg zum WM-Dritten 2002 zu formen.







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