ausstellung
Dream Team

Bernd "Bert" Trautmann


Die Legende Trautmann beruht z. T. auf einer Verletzung: Im englischen Pokalfinale 1956 erlitt er als Torwart von Manchester City einen Halswirbelbruch und hielt dennoch bis zum siegreichen Ende durch. Im selben Jahr wurde er als erster Ausländer zum Spieler des Jahres in England gewählt.

Trautmann gehört zu einer Generation, die der 2. Weltkrieg prägte. Mit 17 ging er zur Luftwaffe und blieb nach seiner Kriegsgefangenschaft in England. Ein Jahr beim Amateurverein St. Helens genügte, dass Manchester City ihn 1949 verpflichtete, trotz öffentlicher Proteste wegen seiner Nationalität. Ausgerechnet der Rabbi von Manchester, Dr. Altmann, selbst Flüchtling vor dem NS-Regime, trug wesentlich zur Akzeptanz des Wechsels bei, indem er sich für ihn einsetzte: „Jeder muss nach seinen inneren Werten beurteilt werden.“ So trug „Bert“ bei Manchester City bis 1964 die Nr. 1. Seine Popularität verdankt er sportlicher Leistung, aber auch seiner Integrität und Fairness - etwas, das er in England verinnerlicht habe.

Obwohl er zweifellos einer der besten Torwarte seiner Zeit war, stand er nie im Tor des deutschen Nationalteams. Trainer Herberger war das Risiko der Berufung eines „Legionärs“ offenbar zu hoch.

Trautmann ist Mehrfach-Migrant: Nach dem Ende seiner Spielerlaufbahn in England arbeitete er als Trainer u.a. in Deutschland, Birma und Tansania. Heute lebt er in Spanien.