ausstellung
Dream Team

Anthony Yeboah


„Soll ich etwa ein Lagerfeuer im Wohnzimmer machen?“, nahm Yeboah einen Journalisten des Sportmagazins Kicker auf die Schippe. Dieser meinte, Yeboah wohne schon „wie ein deutscher Musterbürger“. Yeboah wusste, wann er sein ruhiges Image ablegen musste: „Wäre ich kein Star, müsste ich mich auch verprügeln lassen. Ich möchte in Deutschland nicht um Asyl bitten müssen.“

Er sah sich mit Beschimpfungen wie „Schwarzer Affe“, „Scheiß Neger“ oder „Husch, husch. Neger in den Busch“ konfrontiert. Aber nicht nur Fans, sondern auch sein Trainer beim 1. FC Saarbrücken fiel auf.

Der ehemalige NPD-Kandidat Klaus Schlappner über „meinen Schwarzwälder“: „Der Schwarze ist undiszipliniert, verträgt den Winter nicht und kriegt Malaria“. 1991 schrieb Yeboah mit Anthony Baffoe und Souleyman Sané einen offenen Brief gegen Ausländerfeindlichkeit. Stein des Anstoßes für Fans, 1993 das Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF) gegen Rassismus zu gründen.

Zu Beginn in den Fängen dubioser Spielervermittler, schoss Yeboah sich bei Eintracht Frankfurt zum zweifachen Torschützenkönig und ersten afrikanischen Kapitän in der Bundesliga. Bei Fans war er angesehen, sie gründeten z. B. den Fanclub Zeugen Yeboahs und schalteten eine Anzeige in der österreichischen Kronenzeitung: „Wir haben nichts gegen Österreicher. Wir haben was gegen Rassisten“. Im UEFA-Cup hatten Fans von Austria Salzburg ihn mit Urwaldgeräuschen verschmäht.